Jüngst kam folgender Text zur mir: Et voilá Industrie 4.0: eine persönliche Einschätzung von Markus Henkel.
Dabei handelt es sich um eine sehr schöne Zusammenfassung des ganzen Diskurses rund um das Thema Industrie 4.0 mit einigen schlauen Ansätzen für die Kommunikation.
„Laut des Fraunhofer Instituts beschreibt Industrie 4.0 die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden. Es geht auch um die intelligente Zusammenarbeit verschiedener Branchen in Verbindung mit einer Optimierung von Wertschöpfungsketten und industriellen Prozessen“
Schöne Idee und genau der Punkt, wo Kommunikation und Schnittstellenmanagement ansetzen kann. Es geht um nichts weniger als um die Etablierung und Darstellung von Netzwerken mit allen Beteiligten und zwar inklusive (!) Kunden (Customer Focus). Die reibungslose Kommunikation innerhalb einer Firma ist schon schwer genug zu realisieren. Soll der Kunde Teil davon sein, dann reden wir hier nicht mehr nur von Marketing. Es geht vielmehr um die Etablierung von Netzwerkstrukturen die es insbesondere den Kunden ermöglichen, Einfluss auf Entwicklung, Produktion und Logistik zu nehmen. Die damit einhergehende Transparenz auf Firmenseite inklusive.
Das lässt sich jetzt nicht direkt in einen Redaktionsplan gießen, schon weil die Frage entsteht, wo diese Netzwerke dargestellt, genutzt und sichtbar gemacht werden sollen. Vielleicht kann aber ein „sozialer Hub“ im Unternehmen Schnittstellenmanagement und digitales Coaching betreiben und zwar auf allen Ebenen und über alle Netzwerke hinweg.
Das große Gegenargument wird auch gleich mitgeliefert:
„Das birgt in der Folge Sicherheitsrisiken im Hinblick auf den Datenschutz, dem Schutz des eigenen Know-how und zudem sind fortan Manipulationen der Produktionssysteme von außen ein Thema – man denke nur an den Stuxnet-Wurm.“
Somit stecken wir in einem Dilemma. Stuxnet griff damals Siemens-Hardware an und ist sicherlich in den einschlägigen Kreisen nach wie vor nicht vergessen. Unsicherheit kann man ebenfalls mit Kommunikation und Transparenz begegnen, auf technischer wie sozialer Ebene. Wer in einem Restaurant in die Küche gucken kann, der wird glauben, dass es dort mit rechten und sauberen Dingen zugeht. Eine abgesicherte Blackbox sorgt im Zweifelsfall für den gegenteiligen Effekt. Datenschutz und die Sicherung von Know-how sind gerade im Konzern ein Thema. Aber eins, an dem man mit Kreativität und gemeinschaftlich arbeiten kann. Auch wieder keine leichte Aufgabe. Der digitale Graben ist ein gesellschaftliches Thema, an dem man durch die Arbeit im Unternehmen und mit den Kunden partizipieren kann und sollte. Und wer das tut, der wird das Thema Industrie 4.0 für sich nutzen und besetzen können.
